Was ist Massen­alarmierung?

Massenalarmierung bedeutet, in einer Gefahrenlage sehr viele Menschen gleichzeitig zu warnen und ihnen zu sagen, was sie jetzt tun sollen. Häufig ist auch von Massenbenachrichtigung die Rede. Mit GisboAlarm geht die Meldung parallel auf Bildschirme, Smartphones und Telefone sowie per SMS und E-Mail hinaus. Wer sie erhält, richtet sich danach, wo sich jemand gerade aufhält und welche Alarmstufe ausgelöst wurde.

Bei einem Brand, einer Bombendrohung oder einem Amokalarm bleibt keine Zeit, eine Telefonkette abzuarbeiten oder eine Rundmail zu formulieren. Die Menschen im betroffenen Gebäude müssen innerhalb von Sekunden wissen, ob sie den Raum verlassen oder die Tür verschließen sollen. Alle anderen müssen wissen, dass sie nicht kommen sollen.

Eingesetzt wird die Massenalarmierung von GisboAlarm vor allem in Kreis- und Stadtverwaltungen, an Hochschulen und Schulen, in Kliniken und in der Justiz, also dort, wo viele Menschen auf mehrere Gebäude oder Standorte verteilt arbeiten.

Was die Massenalarmierung mit GisboAlarm leistet

Symbol parallele Kommunikation über alle Kanäle bei der Massenalarmierung mit GisboAlarm

Alle Kanäle gleichzeitig

PC, App, Sprachanruf, SMS und E-Mail. Parallel oder nacheinander, je nach Lage.

Symbol Geofence-Radius um einen Standort für die Massenalarmierung mit GisboAlarm

Geofence

Alarmiert wird, wer sich im betroffenen Bereich aufhält, nicht die ganze Organisation.

Symbol Warndreieck für jede Alarmstufe als Massenalarm in GisboAlarm

Jede Alarmstufe als Massenalarm

Vom stillen Hilferuf bis zum Amokalarm lässt sich jede Stufe so einrichten.

Symbol Sprechblase für den Freitext-Alarm an ausgewählte Gruppen mit GisboAlarm

Freitext-Alarm

Passt keine Vorlage, schreiben Sie eine eigene Meldung an ausgewählte Gruppen.

Einsatzszenarien für die Massen­alarmierung

Die Lagen unterscheiden sich stark darin, wen sie betreffen und was die Menschen tun sollen. Eine Räumung bei Brand ist das Gegenteil dessen, was bei einem Amoklauf richtig ist. Deshalb hinterlegen Sie für jede Lage vorab einen eigenen Empfängerkreis und eine eigene Anweisung. Die auslösende Person muss dann nichts mehr formulieren.

Lage Wer muss es erfahren? Typische Anweisung
Amok, Terror, Geiselnahme Alle Personen im Gebäude oder auf dem Gelände, Sicherheitsdienst, Notruf- und Serviceleitstelle, Krisenstab Tür verschließen, von Tür und Fenster wegbleiben, Ruhe bewahren, Gebäude nicht verlassen
Bombendrohung Alle Personen in der betroffenen Liegenschaft, Hausverwaltung, Krisenstab Gebäude über den festgelegten Weg verlassen, Sammelplatz aufsuchen, verdächtige Gegenstände nicht berühren
Brand Betroffenes Gebäude, Brandschutz- und Evakuierungshelfer Gebäude räumen, Aufzüge nicht benutzen, am Sammelplatz melden
Chemie- oder Gasaustritt, Werksunfall Gelände und angrenzende Gebäude Fenster schließen, Lüftung abschalten, Gebäude vorerst nicht verlassen
Unwetter, Naturereignis Alle Standorte in der betroffenen Region, Außendienst Im Gebäude bleiben, Außentermine verschieben
Cyberangriff Alle PC-Nutzer, IT-Abteilung, Leitung Keine Anhänge öffnen, Rechner nicht neu starten, Anweisungen der IT abwarten
Technische Störung Betroffene Nutzergruppen Information über Ausfall, Ersatzweg und voraussichtliche Dauer

Beim Cyberangriff zeigt sich, warum mehrere Kanäle nötig sind. Ist das Netzwerk vom Angriff betroffen, erreicht die Warnung die Beschäftigten trotzdem, per SMS und über die App auf dem Diensthandy.

Wie schnell eine Lage entsteht, in der alle gleichzeitig Bescheid wissen müssen, zeigen der Amokalarm an einer Hamburger Schule und die Schüsse am Lloyd Gymnasium in Bremerhaven. Zahlen der DGUV zu Gewalt am Arbeitsplatz haben wir auf der Seite zu den Branchen zusammengestellt.

Massen­alarmierung nach Standort mit dem Geofence

Hat eine Organisation mehrere Standorte, sollte eine Massenalarmierung nur die Menschen erreichen, die betroffen sind. Wer eine Räumungsmeldung für ein Gebäude erhält, in dem er gar nicht ist, ruft zurück, fragt nach oder macht sich im schlimmsten Fall auf den Weg dorthin. Und wer mehrmals Meldungen von fremden Standorten bekommen hat, nimmt die nächste nicht mehr ernst.

Der Geofence löst das über den Aufenthaltsort. Sie erhalten nur die Alarme, die Ihren aktuellen Standort betreffen. Lösen Sie selbst aus, geht die Meldung an die Menschen, die sich gerade dort befinden.

So funktioniert der Geofence

Im GisboMobile Manager ziehen Sie auf der Karte einen Radius um einen Standort, zum Beispiel um ein Verwaltungsgebäude, einen Campus oder ein Klinikgelände. Diesen Bereich verknüpfen Sie mit einem Konfigurationsprofil. Darin ist festgelegt, wer im Alarmfall benachrichtigt wird, welche Alarmstufen zur Verfügung stehen und ob die Person dort auslösen, empfangen oder beides darf.

Betritt ein Smartphone mit der GisboAlarm App diesen Bereich, wechselt die App selbstständig in das hinterlegte Profil und zeigt den Wechsel auf dem Display an. Beim Verlassen des Bereichs fällt das Gerät ebenso automatisch wieder heraus, außerhalb aller Bereiche gilt das Standardprofil. Von Hand muss dafür niemand etwas umschalten, eine solche Umschaltung ginge im Alltag schnell unter.

Der Geofence ist kein Tracking. Es entsteht kein Bewegungsprofil, und niemand verfolgt, wo sich eine Person aufhält. Der Standort dient allein dazu, das passende Profil zu wählen. Die Funktion ist DSGVO-konform und damit auch für die Abstimmung mit Personalrat und Datenschutzbeauftragten geeignet.

Anwendungsfälle aus der Praxis

Hochschule mit mehreren Standorten

Am Campus Nord wird ein Amokalarm ausgelöst. Beschäftigte und Studierende, die sich dort aufhalten, erhalten sofort die Anweisung, die Räume zu verschließen. Am Campus Süd, zwölf Kilometer entfernt, geht der Betrieb weiter, die Hochschulleitung dort kann eine gesonderte Information erhalten. Auch bei einer Vorlesung vormittags im Süden und nachmittags im Norden muss dafür niemand etwas einstellen.

Kreisverwaltung mit Außenstellen

In der Zulassungsstelle geht eine Bombendrohung ein, geräumt werden muss dieses eine Gebäude. Die Hauptverwaltung und die übrigen Außenstellen erfahren davon nur, wenn Sie das so festlegen. Beschäftigte, die an einzelnen Tagen in der Außenstelle arbeiten, sind an diesen Tagen automatisch dort eingebunden.

Klinikum und weitläufige Gelände

Pflegekräfte, Haustechnik und Sicherheitsdienst sind auf einem Klinikgelände ständig zwischen mehreren Häusern unterwegs. Über den Geofence gehören sie zum Alarmkreis des Geländes, solange sie sich darauf befinden. Für Etage und Raum innerhalb eines Gebäudes ist GPS zu ungenau, dafür bleibt die feste Standortzuweisung des Geräts der richtige Weg.

Justiz und wechselnde Einsatzorte

Richterinnen und Richter mit Sitzungen an mehreren Gerichtsstandorten, Wachtmeister im Vorführdienst oder Lehrkräfte an zwei Schulen stehen jeweils dort im Alarmkreis, wo sie sich gerade aufhalten. Ohne Geofence stünden sie entweder an allen Standorten im Verteiler oder an keinem richtig.

Außendienst und Homeoffice

Wer das Dienstgebäude verlässt, fällt aus dem Gebäudealarm heraus. Die Räumungsmeldung erreicht also nicht die Kollegin beim Hausbesuch oder im Homeoffice. Für sie gilt unterwegs das Außendienstprofil, mit dem sie im Notfall selbst Hilfe ruft, aktiv per Knopfdruck oder über den zeitgesteuerten passiven Alarm der App.

Voraussetzung sind die GisboAlarm App auf Android oder iOS mit freigegebener Standortberechtigung sowie je Standort ein Bereich und ein Profil im GisboMobile Manager.

Besucher, Studierende und Fremdfirmen per QR-Code einbinden

In einer Gefahrenlage sind selten nur die eigenen Beschäftigten im Gebäude. Auf einem Campus sind es Studierende und Gasthörer, auf einem Klinikgelände Handwerker und Fremdfirmen, bei einer Tagung Gäste von außerhalb. Sie alle stehen in keinem Verteiler und haben keinen PC mit GisboAlarm vor sich.

Diese Menschen scannen einen QR-Code, laden die GisboAlarm App herunter und sind damit sofort Teil der Alarmierungskaskade, in der Empfängergruppe, die Sie für diesen Code festgelegt haben. Den Code drucken Sie auf das Tagungsprogramm, hängen ihn an den Eingang oder geben ihn bei der Einweisung von Fremdfirmen aus. Eine Liste mit Telefonnummern müssen Sie dafür nicht führen. Zusammen mit dem Geofence erhalten diese Personen nur die Alarme für den Ort, an dem sie sich gerade befinden.

Massenalarm als Alarmstufe

Die Massenalarmierung ist in GisboAlarm keine eigene Anlage, sondern eine Alarmstufe mit großem Empfängerkreis. Dieselbe Software schickt bei der einen Stufe einen stillen Hilferuf ins Nachbarbüro und bei einer anderen eine Warnung an das ganze Haus.

Das Stufenmodell orientiert sich am Aachener Modell der Unfallkasse NRW und des Polizeipräsidiums Aachen. Für die Massenalarmierung ist vor allem dessen höchste Stufe maßgeblich, also Waffen, Amok, Geiselnahme, Bombendrohung oder Überfall, bei der der Sicherheitsdienst, der Krisenstab und alle Personen im Gebäude oder am Standort eine Verhaltensanweisung erhalten.

Daneben legen Sie weitere Alarmarten frei an, von Feuer über medizinischen Notfall bis zur technischen Störung, und verbinden Stufen zu Eskalationsketten. Ausgelöst werden sie über PC-Tastenkombination, Maus, USB-Button, Funkhandsender, Telefon-Kurzwahl oder die App.

Alarmstufen in der App

Auch in der GisboAlarm App wählt die auslösende Person die Stufe, die zur Lage passt. Jede Stufe hat ein eigenes Symbol, die am häufigsten gebrauchten legen Sie als Favoriten auf den Startbildschirm. Die Texte gibt Ihre Einrichtung zentral vor, einzelne Stufen können zur freien Textanpassung freigegeben werden.

Ob eine Stufe still oder als Massenalarm hinausgeht, legen Sie vorher in der Konfiguration fest. Wie die Stufen zusammenhängen, beschreibt die Seite zum mehrstufigen Alarmierungssystem.

Freitext-Alarm für Lagen ohne Vorlage

Vorlagen decken ab, was sich vorhersehen lässt. Echte Lagen enthalten fast immer eine Information, die vorher niemand kennen konnte, zum Beispiel „Haupteingang gesperrt, Ausgang Nord benutzen“ oder „Sammelplatz wegen Unwetter in die Sporthalle verlegt“. Solche Hinweise müssen schnell bei allen ankommen, die es betrifft.

Über die Kommunikationszentrale von GisboAlarm Communication schreiben berechtigte Personen eine freie Meldung, wählen die Empfängergruppen aus und senden sie ab. Der Versand lässt sich auf einzelne Server oder Mandanten eingrenzen, also auf eine bestimmte Liegenschaft. Am PC erscheint die Meldung als Fenster oder als Laufschrift im Desktop-Ticker, zusätzlich kann sie per SMS und E-Mail hinausgehen.

Krisenfälle und Vorlagen

Für wiederkehrende Lagen richten Sie bis zu zehn Krisenfälle als Schaltflächen in der Kommunikationszentrale ein, etwa Räumung, Bombendrohung oder Cyberangriff. Jeder Krisenfall bringt seinen Text und seine Empfänger mit, dazu optional eine Verhaltensempfehlung als Dokument oder Link. Den Text können Sie vor dem Absenden an die konkrete Lage anpassen. Häufig genutzte Meldungen speichern Sie als Vorlage und finden sie über Stichwörter wieder.

Laufende Lage, Entwarnung, Übung

Während einer Lage können Sie weitere Meldungen nachschieben. Ist sie vorbei, geht eine Entwarnung an alle, die den Alarm erhalten haben. Für Übungen lassen sich Probealarme auslösen und eigene Warntage festlegen, an denen ein Krisenfall zu einer bestimmten Uhrzeit angezeigt wird.

Wer eine Massenalarmierung oder einen Freitext-Alarm absenden darf, legen Sie über die Benutzerverwaltung fest, bei Bedarf über Gruppen aus dem Active Directory. Eine Räumung für das ganze Haus sollte nicht jeder auslösen können.

Sperrbildschirm mit kritischer Benachrichtigung der GisboAlarm App zum Amok-Alarm

Alle Kommunikationswege gleichzeitig

Wer am Schreibtisch sitzt, sieht den Alarm am schnellsten auf dem Bildschirm, wer unterwegs ist, auf dem Smartphone. Deshalb laufen die Wege bei GisboAlarm parallel oder in festgelegter Reihenfolge:

  • PC, Laptop und Thin Client mit Alarmfenster, auch im Sperrbildschirm und Bildschirmschoner, dazu der Desktop-Ticker
  • Smartphone und Tablet mit der GisboAlarm App, deren Critical Alert auch die Stummschaltung durchbricht
  • SMS und E-Mail
  • Telefon, mit dem Modul Telefonalarm, als automatischer Anruf, der den Alarmtext vorliest, oder als Durchsage über den Lautsprecher der Telefonapparate
  • vorhandene Technik wie Funkanlagen, ELA-Anlagen oder Sirenen über die Zusatzmodule, per potentialfreiem Kontakt (GisboConnect 2.0) oder über das bidirektionale Protokoll ESPA 4.4.4

Welche Wege mit welcher Priorität genutzt werden, legen Sie je Szenario und Standort fest. Die Alarmierten geben über dieselben Wege ihre Rückmeldung, sodass Sie sehen, wer die Meldung erhalten hat.

Warum eine Massen­alarmierung nicht an einem einzigen System hängen darf

Gerade in der Krise sind die gewohnten Wege oft nicht nutzbar. Das E-Mail-System ist überlastet, das Netzwerk nach einem Angriff abgeschaltet, die Telefonanlage gestört. Eine Massenalarmierung, die nur einen dieser Wege kennt, fällt mit ihm aus.

GisboAlarm ist deshalb auf mehrere voneinander unabhängige Wege ausgelegt. App und SMS nutzen das Mobilfunknetz und hängen nicht am Hausnetz, die Clients alarmieren auch bei einem Serverausfall. Betreiben können Sie GisboAlarm im eigenen Netz oder in der Cloud in einem deutschen Rechenzentrum. Die Unterschiede beschreiben wir im Vergleich SaaS und On-Premise.

Screenshot GisboAlarm App mit Amok-Alarm im Krisenfall, Verhaltensanweisungen und Schaltfläche Bestätigen

So läuft eine Massen­alarmierung mit GisboAlarm ab

Das folgende Beispiel zeigt einen Amokalarm an einer Hochschule mit zwei Standorten.

  1. Eine Mitarbeiterin im Hörsaalgebäude am Campus Nord löst über die Tastenkombination am PC oder in der App die Stufe Amok aus.
  2. Innerhalb weniger Sekunden erscheint die Warnung auf allen PCs im Gebäude und auf den Smartphones aller Personen, die sich im Geofence Campus Nord befinden, mit der Anweisung, die Tür zu verschließen, vom Fenster wegzubleiben und Ruhe zu bewahren.
  3. Parallel erhält der Sicherheitsdienst einen Sprachanruf und eine SMS mit Ort und Zeit der Auslösung. Ohne eigenen Sicherheitsdienst geht der Alarm an eine rund um die Uhr besetzte Notruf- und Serviceleitstelle.
  4. Die Mitglieder des Krisenstabs wählen sich über die Einwahlnummer in der Alarmmeldung in eine Telefonkonferenz ihrer TK-Anlage ein.
  5. Neue Erkenntnisse gehen als Freitext-Meldungen über die Kommunikationszentrale an die Menschen am Campus Nord. Der Campus Süd erhält eine eigene, kurze Information.
  6. Nach dem Ende der Lage bekommen alle, die alarmiert wurden, die Entwarnung.
  7. Auslösung, Versandwege und Quittierungen sind protokolliert und stehen für die Nachbereitung zur Verfügung.

Häufige Fragen zur Massen­alarmierung

Wie viele Menschen lassen sich gleichzeitig alarmieren?
Eine feste Obergrenze gibt es nicht, GisboAlarm alarmiert mehrere tausend Geräte gleichzeitig. Über die App erreichen Sie dabei auch Beschäftigte ohne festen Arbeitsplatz sowie Studierende, Besucher und Fremdfirmen, die per QR-Code eingebunden sind.

Wie schnell erreicht eine Massenalarmierung alle Empfänger?
Innerhalb weniger Sekunden. Mit der Auslösung geht eine Push-Meldung an die App, und die Alarmierung wird an alle eingebundenen Geräte verschickt.

Müssen alle Empfänger die App installieren?
Nicht unbedingt, aber jedes Gerät muss in GisboAlarm eingebunden sein: über die App, über die Software am PC oder als Telefonlizenz im Telefonalarm. Wer kein eingebundenes Gerät hat, lässt sich zumindest als SMS-Empfänger aufnehmen. Studierende und alle anderen, die nur gewarnt werden sollen, erhalten die Empfängerversion der App.

Mehr zu Einrichtung und Betrieb steht in den FAQ zur Alarmsoftware.