Was ist ein Telefonalarm?

Telefonalarm ist die Alarmierung über das Telefonnetz. Im Ernstfall ruft GisboAlarm hinterlegte interne und externe Rufnummern automatisch an und liest den Alarmtext per Text-to-Speech vor. Umgekehrt löst ein Anruf per Kurzwahl einen Alarm aus. Eine Schnittstelle zu Ihrer Telefonanlage ist dafür nicht nötig.

Der Telefonalarm ist ein Modul der Alarmierungssoftware GisboAlarm. Gebraucht wird die Telefonalarmierung für alle, die nicht am PC sitzen oder keine App nutzen, etwa den Sicherheitsdienst an der Pforte oder die Rufbereitschaft am Wochenende, und als zweiter, unabhängiger Weg neben PC und Smartphone.

Symbol Telefonhörer für den Anruf bei Alarm mit GisboAlarm

Anruf bei Alarm mit vorgelesenem Alarmtext

Wird eine Alarmstufe ausgelöst, für die der Telefonalarm aktiviert ist, startet GisboAlarm sofort die Anrufe an die hinterlegten Nummern und liest den Alarmtext vor. Der Text kommt dynamisch aus der Alarmstufe, jede Lage hat also ihren eigenen Wortlaut. Das funktioniert für Alarme vom PC, aus der App und aus der Kommunikationszentrale.

  • Angerufen werden interne und externe Nummern, Festnetz wie Mobilfunk.
  • Sie hinterlegen beliebig viele Nummern, bis zu 50 davon werden gleichzeitig angerufen. Eine Anrufkette, in der einer nach dem anderen informiert wird, entfällt damit.
  • Sie legen fest, wie oft der Alarm im Anruf wiederholt wird (bis zu zehnmal), ob eine männliche oder weibliche Stimme spricht und in welcher Reihenfolge die Angaben vorgelesen werden.
  • Der Anruf kann über den Lautsprecher der Telefonapparate als Durchsage wiedergegeben werden.

Typische Empfänger sind Sicherheitsdienst und Wachpersonal, Leitung, Krisenstab und Rufbereitschaft, der technische Bereitschaftsdienst und alle, die keinen PC-Arbeitsplatz haben.

Symbol Telefon mit eingehendem Anruf für den Telefonalarm der Alarmsoftware

Alarm per Kurzwahl auslösen

Umgekehrt lässt sich ein Alarm auch per Telefon auslösen. Auf einer Kurzwahltaste Ihres Telefonapparates speichern Sie die Rufnummer, die wir Ihnen für den Telefonalarm nennen. Wird sie gewählt, ertönt ein Besetztzeichen, der Anruf endet, und der Alarm geht hinaus. Der stille Alarm erreicht dann die festgelegten PCs, Smartphones und Telefonnummern.

Weil die Nummer des Apparats in GisboAlarm hinterlegt und einem Standort zugeordnet ist, sehen die Empfänger sofort, woher der Alarm kommt, bei Bedarf mit dem Gebäudeplan. Für verschiedene Alarmstufen stehen verschiedene Rufnummern zur Verfügung, mit einer Kurzwahl lösen Sie zum Beispiel einen stillen Hilferuf aus, mit einer anderen einen Hausalarm.

Sinnvoll ist die Auslösung per Telefon an Empfang und Service-Points und überall dort, wo das Telefon schneller erreichbar ist als die Tastatur oder ein Griff zum PC zu auffällig wäre. Alle Funktionen lassen sich mit GisboAlarm am PC und mit der Alarm App kombinieren.

Symbol Telefonhörer mit Sprechblase für Text-to-Speech beim Telefonalarm von GisboAlarm

Warum keine Schnittstelle zur Telefonanlage nötig ist

Die Alarmanrufe baut nicht Ihre Telefonanlage auf. Ihr GisboAlarm-Server übergibt den Alarm über eine verschlüsselte Verbindung (https) an unseren Webserver, und ein angebundener Telefoniedienst stellt die Anrufe zu. Deshalb braucht GisboAlarm keine Schnittstelle zu Ihrer vorhandenen Telefonanlage und lässt sich mit allen internen und externen Telefon- und Mobilfunknummern einsetzen.

Vorausgesetzt wird nur, dass Ihr GisboAlarm-Server per https nach außen mit unserem Webserver kommunizieren darf.

Telefonnummern einbinden und Standorten zuordnen

Die Telefonnummern pflegen Sie in GisboAlarm in einem eigenen Register für Telefone. Aufgenommen werden sie einzeln von Hand, aus dem Active Directory (LDAP) über die bei den Benutzern hinterlegten Nummern oder per CSV-Datei mit Nummer, Beschreibung und Standort. Doppelte Nummern werden dabei nicht übernommen, und auch eine Synchronisation der Nummern samt Standorten ist möglich.

Anschließend ordnen Sie jede Nummer einem Standort in Ihrer Organisationsstruktur zu und legen in den Alarmierungswegen fest, bei welcher Alarmstufe sie angerufen wird oder auslösen darf. Ordnen lassen sich die Nummern nach Gebäude, Etage und Bereich, nach Rollen wie Sicherheitsdienst oder IT-Bereitschaft und nach Empfängergruppen.

Telefonalarm in der Eskalation

Meist ist der Telefonalarm Teil einer Eskalation, typisch sind drei Varianten:

  • Der Alarm geht an die PCs im Umfeld, und zusätzlich werden festgelegte Nummern angerufen, wie die des Sicherheitsdienstes.
  • Der Telefonalarm ist die nächste Eskalationsstufe und greift nur, wenn innerhalb der festgelegten Zeit niemand am PC reagiert hat.
  • Eine mehrstufige Kaskade aktiviert zuerst die Hilfe vor Ort und informiert parallel eine zentrale Stelle.

Auch am Telefon lässt sich ein Alarm quittieren. Ein Anruf gilt als bestätigt, wenn der Empfänger ihn angenommen und nach dem Abhören aufgelegt hat. Alternativ stellen Sie ein, dass der Empfänger den Alarm über die Telefontastatur ausdrücklich annimmt oder ablehnt. Ein Anrufbeantworter, die Einstellung „Nicht stören“ oder ein Besetztzeichen gelten nicht als Zustellung. Telefonische Bestätigungen können in die Mindestanzahl an Empfängern einfließen und damit eine weitere Eskalation unterbinden, im Fenster für die Rückmeldungen erscheint jede bestätigende Nummer einzeln.

Aus der Praxis empfehlen wir, den Alarmtext für den Telefonalarm kurz zu halten und für die Eskalation mindestens 40, besser 60 Sekunden einzuplanen, damit der Anruf ankommen und vollständig abgehört werden kann. Priorisieren Sie außerdem die Rufnummer des Telefonalarms in Ihrer Telefonanlage, damit laufende Gespräche unterbrochen werden.

Rückruf und Telefonkonferenz nach dem Alarm

Der Telefonalarm ist ein automatisierter Anruf, der die Alarmmeldung vorliest. Mithören lässt sich darüber nicht, denn der Anruf kommt nicht vom Telefon der auslösenden Person, sondern vom Telefoniedienst von GisboAlarm. Für das Gespräch nach dem Alarm gibt es deshalb zwei Wege:

  • Die Alarmmeldung kann eine Festnetz- und eine Mobilnummer der auslösenden Person anzeigen, übernommen aus dem Active Directory oder einer CSV-Datei. Die Empfänger rufen dann direkt zurück.
  • Eine Telefonkonferenz der Empfänger läuft über eine eigene Anlage, zum Beispiel Ihre TK-Anlage. Die Einwahlnummer lässt sich in den Alarmtext aufnehmen.

Telefonalarm und Sprachkommunikation

Die Vornorm DIN VDE V 0827 für Notfall- und Gefahren-Reaktions-Systeme unterscheidet drei Schutzgrade. Ab Schutzgrad 2 muss zur Verifikation eine Daten- oder Sprachkommunikation zwischen der auslösenden Person und der hilfeleistenden Stelle möglich sein, ab Schutzgrad 3 ist eine Sprachkommunikation verpflichtend.

GisboAlarm ist einsetzbar für die Schutzgrade 1, 2 und 3 nach DIN VDE V 0827. Ab Schutzgrad 3 ist zusätzlich eine Sprachkommunikation über eine bestehende Telefonanlagenanbindung sicherzustellen. Die Anforderungen der Norm im Einzelnen beschreiben wir unter Sicherheitsstandards.

Weitere Auslöse- und Empfangswege finden Sie beim Alarmierungssystem und bei den Zusatzmodulen. Sollen in einer Lage sehr viele Menschen gleichzeitig erreicht werden, lässt sich der Telefonalarm mit der Massenalarmierung verbinden.

Häufige Fragen zum Telefonalarm

Reicht der Telefonalarm für Schutzgrad 3 nach DIN VDE V 0827?
Allein nicht. Der Telefonalarm liest den Alarm vor, ein Gespräch zwischen der auslösenden Person und der hilfeleistenden Stelle entsteht dadurch aber nicht. Diese Sprachkommunikation verlangt Schutzgrad 3, sie muss deshalb zusätzlich über eine bestehende Telefonanlagenanbindung sichergestellt werden. Wie das in Ihrem Haus umgesetzt wird, klären wir mit Ihnen bei der Planung.

Telefonalarm oder Alarm-App: Wann eignet sich welcher Weg?
Die App eignet sich für Beschäftigte, die selbst auslösen und den Alarm mit Standort und Anweisung auf dem Display sehen sollen, auch unterwegs und mit Bluetooth-Button. Sie setzt ein Smartphone mit installierter App voraus. Der Telefonalarm erreicht dagegen jede Rufnummer ohne Installation, auch Festnetzapparate, die Mobiltelefone der Rufbereitschaft oder externe Rufnummern. Beide Wege lassen sich in derselben Alarmstufe kombinieren, sodass der Anruf als zweiter Weg dient, wenn die Push-Meldung nicht wahrgenommen wird.

Weitere Antworten, etwa zur Rufnummer des Alarmanrufs, finden Sie in unserer FAQ zur Alarmsoftware. Oder Sie sprechen uns direkt an.