Die Stadt Deggendorf hat im Sommer 2018 begonnen, alle Computer im Neuen Rathaus mit einer Software auszustatten, über die Beschäftigte in einer Gefahrensituation Hilfe anfordern können. Anlass waren Bedrohungen und Übergriffe, die es nach Angaben der Stadt auch in Deggendorf bereits gegeben hatte. Geplant wurde die PC-Alarmierung gemeinsam mit der örtlichen Polizei.
Warum die Stadt handelte
Wer in Bürgerbüros, Jobcentern oder Gerichten mit Publikum arbeitet, wird laut dem Bericht immer wieder bedroht oder sogar körperlich angegriffen. Deggendorf ist davon nicht ausgenommen. Mit der neuen Lösung sollten Beschäftigte in einer kritischen Lage schnell Kolleginnen, Kollegen oder Sicherheitspersonal erreichen, wenn sie Hilfe oder Unterstützung brauchen.
Wie die Alarmierung aufgebaut ist
Das Verfahren arbeitet in Stufen. Zunächst geht der Hilferuf an die unmittelbare Umgebung des Arbeitsplatzes. Meldet sich dort niemand, kann die betroffene Person das gesamte Stockwerk und im nächsten Schritt das ganze Gebäude alarmieren. Vorgehensweise und Alarmwege erarbeiteten Elisabeth Aigner als Behördenselbstschutzbeauftragte, Hermann Reimer als Leiter der EDV und Werner Feilmeier von der Polizei Deggendorf. Trotz der neuen Hilfestellung wäre es nach dem Bericht am besten, wenn die Alarmierung gar nicht zum Einsatz kommen muss.
Was andere Verwaltungen aus dem Beispiel mitnehmen können
Das Deggendorfer Vorgehen zeigt zwei Punkte, die sich auf andere Häuser übertragen lassen. Zum einen bringt ein Projekt dieser Art Verantwortliche aus Arbeitsschutz, IT und Polizei an einen Tisch, weil technische Umsetzung und Einsatzabläufe zusammenpassen müssen. Zum anderen lohnt sich eine gestufte Eskalation. Sie verhindert, dass bei jedem Alarm das ganze Haus in Aufregung gerät, und stellt trotzdem sicher, dass Hilfe kommt, wenn in der Nähe niemand reagiert. Wie ein solches mehrstufiges Alarmierungssystem grundsätzlich funktioniert, erläutern wir gesondert.
Vor der Einführung sollte feststehen, wer auf einen Alarm reagiert, wie die Helfenden vorgehen und wie oft geübt wird. Dazu gehört auch eine Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze mit Publikumsverkehr. Welche Funktionen eine Lösung für den stillen Alarm mitbringen sollte, fasst unser Ratgeber Was muss eine Notfallalarmierung können? zusammen.
Quelle: Focus Online, Bericht vom Juli 2018
