Landratsamt Ludwigsburg erneuert Sicherheitskonzept und Grundsatzerklärung gegen Gewalt

Reihe von PC-Arbeitsplätzen im Büro, Symbolbild zum stillen Alarm mit GisboAlarm

Von Stefan Müller, Head of Sales bei Gisbo · 15. Oktober 2026

Das Landratsamt Ludwigsburg hat sein Sicherheitskonzept für die Beschäftigten weiterentwickelt und dies Anfang September 2026 bekanntgegeben. Gemeinsam mit dem Personalrat wurde auch die Grundsatzerklärung gegen Gewalt aktualisiert und von Landrat Dietmar Allgaier und der Personalratsvorsitzenden neu unterzeichnet. Das Konzept baut auf vorhandenen Schutzmaßnahmen auf. Dazu gehören die Alarmierungssoftware GisboAlarm an den PC-Arbeitsplätzen und der hauseigene Sicherheitsdienst.

Warum die Kreisverwaltung nachgeschärft hat

Übergriffe und Bedrohungen gegen Beschäftigte von Behörden werden seit einigen Jahren stärker öffentlich wahrgenommen. Nach eigener Darstellung betrifft das auch das Landratsamt Ludwigsburg. Mit dem überarbeiteten Konzept will die Kreisverwaltung ihre Beschäftigten besser schützen und für Notfälle verbindliche Abläufe festlegen.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich an ihrem Arbeitsplatz sicher fühlen können. Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine gemeinsame Verantwortung“, sagt Landrat Dietmar Allgaier.

Was das neue Konzept regelt

Die Beschäftigten erhalten konkrete Empfehlungen, wie sie sich in Notfällen und Extremsituationen verhalten sollen. Diese Empfehlungen sind so angelegt, dass jede Dienststelle und jedes Gebäude des Landkreises sie auf die eigenen Gegebenheiten übertragen kann.

Das Konzept setzt bewusst auf die Mitwirkung der Beschäftigten, denn auch das Verhalten des Einzelnen entscheidet darüber, wie eine Situation verläuft. Zugleich sagt es offen, dass sich nicht jedes denkbare Risiko ausschließen lässt. Schutzvorkehrungen sollen deshalb zur jeweiligen Lage passen, und umsichtiges Handeln soll Risiken verringern.

Landratsamt und Personalrat haben vereinbart, das Konzept regelmäßig zu prüfen und fortzuschreiben. Grundlage dafür sind unter anderem Unfallanzeigen, Gefährdungsbeurteilungen und Begehungen der Dienstgebäude.

Was andere Verwaltungen daraus mitnehmen können

Aus unserer Sicht lässt sich der Ansatz aus Ludwigsburg gut auf andere Verwaltungen übertragen, weil technische Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln in einem Konzept zusammengeführt werden. Ein stiller Alarm am PC-Arbeitsplatz holt Hilfe, ohne dass das Gegenüber es bemerkt. Wirksam wird er aber erst, wenn feststeht, wer den Alarm empfängt, wer reagiert und wie sich die Beschäftigten bis dahin verhalten. Diese Abläufe gehören in das Sicherheitskonzept und sollten zusammen mit der Gefährdungsbeurteilung, zu der das Arbeitsschutzgesetz jeden Arbeitgeber verpflichtet, regelmäßig überprüft werden. Wie sich Gefahrenlagen sinnvoll abstufen lassen, beschreibt das Aachener Modell.

Das richtige Verhalten in angespannten Gesprächen lässt sich üben. In einem Deeskalationstraining lernen Beschäftigte, Warnsignale früh zu erkennen und eine Situation zu beruhigen, bevor sie kippt.

GisboAlarm ist 2010 aus der Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Sicherheit der Justiz Rheinland-Pfalz entstanden, im Einsatz ist die Software seit 2012. Gerne erläutern wir Ihnen, wie Sie Alarmierung und Sicherheitskonzept in Ihrer Verwaltung aufeinander abstimmen.

Quelle: Landratsamt Ludwigsburg, veröffentlicht im Mitteilungsblatt der Stadt Großbottwar, Ausgabe 37/2026, sowie bei Ludwigsburg24 am 3. September 2026
Beitragsbild: Symbolbild