Mitte März 2018 haben vier stark alkoholisierte Männer in der Verbandsgemeindeverwaltung Rodalben randaliert. Anlass war nach Angaben von Verbandsbürgermeister Wolfgang Denzer die Kürzung von Leistungen für einen der Männer. Ein Beschäftigter wurde angespuckt, ein Mitarbeiter des Ordnungsamts setzte Pfefferspray ein, um die Gruppe aus dem Gebäude zu bringen. Später nahm die Polizei zwei der Männer in Gewahrsam.
Wie der Vorfall ablief
Denzer schilderte der Rheinpfalz, der Betroffene sei wohl Auflagen nicht nachgekommen. Daraufhin habe er drei Bekannte aus Pirmasens mitgebracht, und die vier seien mit reichlich Alkohol in die Verwaltung gekommen. Dort entwickelte sich ein sehr lauter Streit, in dessen Verlauf der Mann einen Verwaltungsmitarbeiter anspuckte. Ein anwesender Kollege vom Ordnungsamt griff ein und brachte die Männer mit Hilfe von Pfefferspray hinaus. Denzer, der den Vorfall selbst miterlebte, beschrieb die Gruppe als recht aggressiv. Aufregung erlebe man öfter, in diesem Ausmaß aber nicht.
Die Polizei kam nach etwa einer halben Stunde mit zwei Streifenwagen und traf die Männer auf dem Parkplatz vor dem Rathaus an. Laut Polizeisprecher Martin Sema zeigten sie sich trotz Platzverweis sehr uneinsichtig. Auf der Marienbrücke pöbelten sie anschließend Passanten an, es kam zu einer Nötigung. Die Beamten nahmen die beiden Wortführer in Gewahrsam. Die Blutalkoholwerte lagen zwischen 1,2 und 2,9 Promille. Die Polizei erstattete Anzeige wegen Körperverletzung und Nötigung, die Verwaltung kündigte weitere Anzeigen wegen Beleidigung und Hausfriedensbruchs an.
Welche Konsequenzen aus dem Vorfall folgen
Denzer zeigte sich erleichtert, dass nicht mehr passiert ist. Er will bestimmte Beschäftigte zu einem Präventionsprogramm der Polizei anmelden, damit solche Situationen künftig nicht eskalieren. Auch die Ausstattung des Ordnungsamts soll sich ändern. Wie genau, stand zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht fest.
Zwischen dem Streit und dem Eintreffen der Polizei lag eine halbe Stunde. In dieser Zeit waren die Beschäftigten auf sich gestellt. Wer mit Publikumsverkehr arbeitet, sollte deshalb ohne Aufsehen Kolleginnen und Kollegen herbeiholen können, zum Beispiel über einen stillen Alarm. Reagiert niemand, kann ein mehrstufiges Alarmierungssystem den Kreis der Empfänger erweitern. Ebenso sinnvoll sind Schulungen im Deeskalationstraining und ein Gespräch mit den Betroffenen nach einem solchen Tag.
Quelle: Die Rheinpfalz, Bericht vom März 2018
