Am 23. April 2024 hat die Polizei in einer Bibliothek der Universität Mannheim einen 31 Jahre alten Mann erschossen. Nach den Berichten hatte er dort randaliert, eine Beschäftigte angegriffen und den eintreffenden Beamten mit einer Machete in der Hand gegenübergestanden. Der Mann wurde schwer verletzt in eine Klinik gebracht und starb kurze Zeit später.
Wie der Einsatz in der Bibliothek abgelaufen ist
Der Polizeieinsatz begann am späten Dienstagnachmittag. Zunächst soll der Mann in den Räumen der Bibliothek Unruhe gestiftet haben, dann wurde er gegenüber einer Angestellten handgreiflich. Als die Streife ankam, hielt er nach Angaben der Ermittler eine Machete und trat den Polizisten aggressiv entgegen. Daraufhin gaben die Beamten Schüsse auf ihn ab.
Laut dem Bericht war der Mann schon früher durch sein Verhalten aufgefallen und der Polizei bekannt. Für die Bibliothek bestand sogar ein Hausverbot gegen ihn. Dass er es missachtet hatte, wurde demnach aber erst bemerkt, als die Lage bereits eskaliert war.
Der zweite tödliche Schusswaffengebrauch innerhalb weniger Monate
Für Mannheim war es nicht der erste Fall dieser Art. Wenige Tage vor Weihnachten 2023 hatte ein 49-Jähriger selbst den Notruf gewählt und die Polizei dann mit einem Küchenmesser auf der Straße erwartet. Im Verlauf der Konfrontation schoss ein Beamter mehrfach, der Mann starb wenig später im Krankenhaus. Warum er so gehandelt hatte, blieb nach damaligem Stand ungeklärt.
Was Hochschulen und Behörden aus dem Fall ableiten können
Bibliotheken, Bürgerämter und Servicetheken sind offen zugänglich, und das soll auch so bleiben. Umso wichtiger ist es, dass ein bestehendes Hausverbot am Eingang und am Tresen tatsächlich bekannt ist. Wer eine Person mit Hausverbot erkennt, braucht einen klaren Ablauf: Wen informiere ich, wer spricht die Person an, ab wann wird Hilfe gerufen?
Wird eine Beschäftigte bedroht, muss sie Unterstützung holen können, ohne die Lage durch einen hörbaren Anruf zu verschärfen. Ein stiller Alarm am Arbeitsplatz holt Kolleginnen und Kollegen oder den Sicherheitsdienst, die dann entscheiden, ob die Polizei gerufen wird. Ebenso gehört dazu, die übrigen Anwesenden zu warnen, damit niemand ahnungslos in den betroffenen Bereich läuft. Grundlagen dafür liefern die Sicherheitsstandards und ein abgestimmter Notfallplan.
Ergänzend lohnt ein Blick auf die Schulung der Beschäftigten. Ein Deeskalationstraining hilft, aufgebrachte Personen früh zu erkennen und sich selbst nicht in Gefahr zu bringen.
Quelle: SR.de (Saarländischer Rundfunk) unter Berufung auf den SWR, Bericht vom April 2024

