Am 26. September 2018 hat ein 27-jähriger Mann im Jobcenter für den Landkreis Augsburg einen 24-jährigen Mitarbeiter angegriffen. Nach Angaben der Polizei schlug er ihn in dessen Büro ohne Vorwarnung nieder und trat danach mehrfach auf ihn ein. Der Mitarbeiter wurde mit Verletzungen im Gesicht ins Klinikum gebracht. Beschäftigte des Sicherheitsdienstes hielten den Angreifer bis zum Eintreffen der Polizei fest.
Was über den Vorfall bekannt ist
Das Jobcenter sitzt in der Hermanstraße in der Augsburger Innenstadt und ist unter anderem für die Auszahlung von Hartz-IV-Leistungen zuständig. Der Mann kam laut Polizei gegen 8.45 Uhr in das Büro des Mitarbeiters. Nach dieser Schilderung gab es keine Vorwarnung, der Angriff erfolgte sofort. Ein Sicherheitsdienst bewacht das Gebäude, dessen Kräfte griffen ein und übergaben den Mann an die Polizei.
Zum Motiv konnte Polizeisprecher Stefan Faller zunächst nichts sagen. Ob etwa ein abgelehnter Antrag eine Rolle spielte, war zum Zeitpunkt des Berichts offen und Teil der Ermittlungen.
Welche Fragen sich Jobcenter nach einem solchen Angriff stellen
Der Fall zeigt eine Situation, auf die sich Deeskalation kaum anwenden lässt. Wenn ein Angriff ohne jede Vorwarnung beginnt, zählt vor allem, wie schnell Hilfe im Raum ist. In Augsburg war ein Sicherheitsdienst im Haus, das ist in vielen Dienststellen nicht der Fall. Ein stiller Alarm am Arbeitsplatz verständigt Kolleginnen und Kollegen oder den Sicherheitsdienst, ohne dass der Angreifer es bemerkt, und nennt dabei den genauen Raum.
Ebenso gehört die Gestaltung der Büros zur Gefährdungsbeurteilung, zum Beispiel ein zweiter Ausgang oder eine Anordnung der Möbel, bei der die Beschäftigten nicht zwischen Schreibtisch und Wand festsitzen. Das Aachener Modell, das in den Sicherheitsstandards beschrieben ist, ordnet solche Maßnahmen nach Gefährdungsstufen. Nach einem Angriff brauchen Betroffene außerdem Nachsorge, und auch das Team sollte die Möglichkeit haben, das Erlebte aufzuarbeiten. Wie andere Einrichtungen mit Publikumsverkehr vorgehen, zeigt die Übersicht der Branchen, darunter Jobcenter.
Quelle: Augsburger Allgemeine, Bericht vom 26. September 2018
