Im Mai 2015 hat der Verbandsgemeinderat Monsheim einstimmig beschlossen, für die Verwaltung eine Alarmierungssoftware anzuschaffen. Über einen „stillen Alarm“ sollen Beschäftigte im Publikumsverkehr unauffällig Hilfe holen können. Bürgermeister Ralph Bothe begründete den Schritt mit zunehmenden Aggressionen gegenüber Verwaltungsmitarbeitern. Entwickelt hat das System laut dem Bericht ein Softwareunternehmen aus Zweibrücken, das Lösungen für Verwaltungen und Justizanstalten anbietet.
Wie der Alarm in der Verwaltung funktionieren soll
Auslösen lässt sich ein Alarm über die Tastatur, per Klick am Bildschirm oder über einen zusätzlichen Druckknopf. Wer benachrichtigt wird, hängt von der Einstellung und der Art des Alarms ab. In der Regel sind das festgelegte Personengruppen innerhalb der Verwaltung, die per Signal, E-Mail oder SMS informiert werden. Laut dem Bürgermeister ist außerdem eine Alarmierung von Feuerwehr oder Ärzten möglich. Das Unternehmen bot an, die Software im Fall eines Vertrags auch an den Schulen in Trägerschaft der Verbandsgemeinde einzurichten.
Warum die Verbandsgemeinde handelt
Bothe verwies darauf, dass es in anderen Verwaltungen bereits zu Übergriffen gekommen sei. Der stille Alarm diene deshalb dem Schutz der Beschäftigten, der Personalrat habe der Maßnahme zugestimmt. Der Beigeordnete Michael Röhrenbeck (FWG) regte an, die Mitarbeiter zusätzlich in Deeskalation zu schulen und dafür mit Fachleuten der Polizei zusammenzuarbeiten.
Was zu einem stillen Alarm dazugehört
Der Monsheimer Beschluss enthält zwei Punkte, die in der Praxis oft unterschätzt werden. Die Abstimmung mit dem Personalrat sorgt dafür, dass die Beschäftigten das System mittragen und wissen, wer auf einen Alarm reagiert. Die Anregung, zusätzlich in Deeskalation zu schulen, ergänzt die Technik um das Verhalten im Gespräch selbst. Ein stiller Alarm holt Kolleginnen und Kollegen ins Büro, ein Deeskalationstraining hilft, viele Konflikte gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Wie sich die Anforderungen in Verwaltungen, Schulen und anderen Einrichtungen unterscheiden, zeigt unsere Übersicht der Branchen.
Quelle: Wormser Zeitung, Bericht vom 9. Mai 2015
