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Gewalt gegen Lehrer in Baden-Württemberg


Übergriffe an jeder zweiten Schule


Von SWR-Akuell

Laut einer Umfrage hat es an jeder zweiten Schule im Land bereits Gewalt gegen Lehrer gegeben. Die Lehrervereinigung kritisiert, dass das Thema nach wie vor tabuisiert werde.

Für die Studie des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) wurden 251 Schulleiter aus Baden-Württemberg befragt. 45 Prozent von ihnen gaben an, dass es an ihrer Schule schon Fälle von Beleidigung, Mobbing und Belästigung durch Schüler gab. Von Diffamierungen und Bedrohungen über das Internet berichteten 16 Prozent und weitere 16 Prozent wussten von körperlichen Angriffen auf Lehrkräfte.

Die Lehrervereinigung VBE kritisiert, dass das Thema Gewalt gegen Lehrkräfte trotz dieser Zahlen noch immer tabuisiert und herunter gespielt werde. Der Landesvorsitzende Gerhard Brand stellte bei der Vorstellung der Studie in Stuttgart am Mittwoch klare Forderungen an das Kultusministerium. Das Land müsse seiner Fürsorgepflicht gerecht werden und sich als Dienstherr voll hinter seine Lehrerinnen und Lehrer stellen. Fälle von Gewalt müssten anonym in die amtliche Schulstatistik aufgenommen und nicht nur bei den Schulen verzeichnet werden.

Erstaunlich sei, dass fast ein Drittel der befragten Leiter von Grundschulen bundesweit von körperlichen Angriffen auf Lehrer berichteten. Zwar seien das meist kleinere Schubser, aber man müsse den Anfängen wehren, sagte Brand. Für rund 36 Prozent der befragten Rektoren wird der Komplex viel zu wenig beleuchtet.

Aber auch die Opfer müssten mutiger werden und ihre Erfahrungen aufdecken, verlangte Brand. Häufig suchten sie die Schuld für die gestörte Schüler-Lehrer-Beziehung bei sich selbst. Auch mancher Rektor scheue vor Bekanntgabe von Gewalt zurück - aus Angst um das Image seiner Schule. Studium und Referendariat würden nicht auf den Umgang mit Gewalt vorbereiten. Die Fortbildung dazu sei fünffach überbucht.

Und schließlich sollten betroffene Lehrkräfte bei Bedarf eine psychologische Unterstützung erhalten. Hier müsse das Land für einfache Zugänge zu Hilfe zu sorgen, etwa zu den Schulpsychologen. Allerdings gaben in der Umfrage 85 Prozent der befragten Rektoren an, ihre Kollegen im Fall von Gewalterfahrung ausreichend unterstützt zu haben. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) verwies auf ein breites Präventionsangebot.
Die amtliche Kriminalitätsstatistik weist für den Tatort Schule in der Zeit von Montagfrüh bis Freitagspätnachmittag fast 8.000 Fälle (2016) in Baden-Württemerg aus. Das Gros lag in der Kategorie Diebstahl mit rund 4.200 Fällen.


Quelle
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