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Polizeieinsätze im ganzen Land

Bombendrohungen gegen Rathäuser – Staatsanwaltschaft ermittelt

In der Nacht sind Bombendrohungen gegen Rathäuser in ganz Deutschland eingegangen. In mehreren Städten wurden die Gebäude geräumt, Sprengstoff-Spürhunde sind im Einsatz.

Von t-online.de

In mehreren deutschen Städten sind am Dienstagmorgen Rathäuser evakuiert worden. Betroffen waren Augsburg, Göttingen, Kaiserslautern, Chemnitz, Neunkirchen im Saarland und Rendsburg in Schleswig-Holstein. Göttingen hat als erste Stadt inzwischen Entwarnung gegeben. "Es besteht keine Gefahr mehr", teilte die Polizei in der niedersächsischen Stadt mit. Die Straßensperrungen würden wieder abgebaut, das Rathaus sei wieder freigegeben.

Das Rathaus Göttingen war am Vormittag komplett geräumt worden: "Alles ist abgesperrt, der Plan ist, das Gebäude mit Sprengstoffspürhunden zu durchsuchen", hatte es nach einer anonymen Bombendrohung von einer Sprecherin geheißen. Die Straßen um das Rathaus wurden gesperrt, der öffentliche Personennahverkehr weitläufig umgeleitet.

Großeinsatz in Augsburg
Auch in Augsburg gab es am Morgen nach einer Gewaltandrohung einen Großeinsatz der Polizei, das Rathaus wurde evakuiert, Straßenbahnlinien, die über den Rathausplatz fahren, wurden gestoppt. Außerdem wurden drei Verwaltungsgebäude geräumt. Auch sämtliche Bürgerbüros der Stadt sollten evakuiert werden, teilte ein Stadtsprecher mit. Insgesamt seien etwa 500 Personen von den Evakuierungen betroffen.

In Kaiserslautern sei eine Drohmail eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte seien auch mit Sprengstoff-Spürhunden vor Ort. Der Bereich rund um das Rathaus sei weiträumig abgesperrt worden. Es gebe aber derzeit keine konkrete Bedrohungslage, erklärte der Sprecher. Die Maßnahmen würden vorsorglich durchgeführt.

Staatsanwaltschaft spricht von Serie
Auch im saarländischen Neunkirchen lief am Morgen ein Polizeieinsatz nach einer Bombendrohung. "Das Rathaus bleibt vorübergehend geschlossen", sagte eine Sprecherin der Polizei in Saarbrücken. Auch hier sei zuvor eine Drohmail eingegangen. "Der Absender ist nicht nachvollziehbar. Die Mail trägt keine Unterschrift", sagte ein leitender Polizist. Auch die Ermittler im Fall Rendsburg sprachen von einer anonymen Drohbotschaft.

Seit Monaten gibt es eine deutschlandweite Serie von Drohschreiben an Politiker, Behörden oder Gerichte. Die Berliner Staatsanwaltschaft, die federführend ermittelt, spricht inzwischen von deutschlandweit mehr als 100 Fällen. Ob die Fälle vom Dienstag damit in Zusammenhang stehen, war zunächst offen. "Es ist unbekannt, vom wem die Drohbriefe ausgegangen sind. Sie weisen wegen der Inhalte und der Wortwahl auf einen rechtsextremen Hintergrund hin", sagt die Berliner Staatsanwaltschaft zu t-online.de.

Es sei noch nicht geklärt, wer dahinter stecke. "Die Drohbriefe werden schon seit einer Weile verschickt. In Berlin sind eine große Anzahl von Droh-E-Mails an öffentliche Einrichtungen wie Gerichte, Behörden oder Rechtsanwaltskanzleien verschickt worden. Deswegen haben wir uns darauf verständigt, dass die Ermittlungen in Berlin geführt werden", erklärt die Staatsanwaltschaft weiter.

Bislang Unbekannte senden seit längerer Zeit Drohschreiben an verschiedenste Institutionen in Deutschland, darunter auch Finanzämter, Rathäuser, Anwaltskanzleien oder Verlage. Sie drohen mit Bomben oder – wie im Falle der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Linke) – damit, "Bürger auf offener Straße zu exekutieren". Schon mehrfach wurden Gebäude daraufhin evakuiert, Sprengkörper wurden aber bislang nicht gefunden.


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