An einem Sonntag Anfang Mai 2018 hat ein stark alkoholisierter 19-Jähriger in einem Krankenhaus im Bereich der Polizeidirektion Pirmasens randaliert. Als ein Arzt versuchte, ihn zu beruhigen, schlug der junge Mann ihm mit der Faust ins Gesicht. Die Polizei wurde gegen 4.45 Uhr gerufen. Eine Messung ergab 2,9 Promille, anschließend wurde der Mann in die psychiatrische Abteilung gebracht.
Was die Polizei über den Einsatz mitteilte
Nach der Meldung der Polizei kam es zu dem Angriff, als das Klinikpersonal den Mann beruhigen wollte. Neben dem diensthabenden Arzt traf es auch eine Pflegekraft, deren Kleidung beschädigt wurde. Die Beamten stellten die Personalien des 19-Jährigen fest und übergaben ihn danach der psychiatrischen Abteilung. Weitere Angaben zu Verletzungen oder zum Hintergrund enthält der Bericht nicht.
Warum Nachtdienste besonders gefährdet sind
Der Fall ist kurz geschildert, zeigt aber eine typische Lage. In den frühen Morgenstunden ist in vielen Kliniken nur wenig Personal im Haus, und wer einen aufgebrachten Patienten beruhigen will, steht ihm oft direkt gegenüber. Alkohol senkt die Hemmschwelle zusätzlich. Bis die Polizei eintrifft, vergehen Minuten, in denen das Team auf sich gestellt ist.
Kliniken sollten deshalb festlegen, wie Beschäftigte in einer solchen Situation schnell Unterstützung aus dem eigenen Haus bekommen, ohne den Konflikt durch lautes Rufen weiter anzuheizen. Wie das in der Praxis aussehen kann, beschreibt unser Beitrag zum stillen Alarm im Krankenhaus. Wer nachts allein auf Station oder in der Notaufnahme arbeitet, kann über eine Smartphone-Alarm-App Kolleginnen und Kollegen erreichen, auch wenn kein fest installierter Knopf in der Nähe ist.
Ebenso wichtig ist die Vorbereitung auf das Gespräch selbst. Ein Deeskalationstraining hilft Pflegekräften und Ärzten, Abstand zu wahren, Warnsignale früh zu erkennen und sich rechtzeitig zurückzuziehen. Nach einem Übergriff sollten Betroffene zudem die Möglichkeit haben, über das Erlebte zu sprechen.
Quelle: Focus Online unter Berufung auf die Polizeidirektion Pirmasens, Meldung vom Mai 2018
