Von Stefan Müller, Head of Sales bei Gisbo · 8. November 2023
Im November 2023 lösten zwei bewaffnete Personen an einer Hamburger Schule einen Großeinsatz der Polizei aus. Sie sollen in einem Klassenraum Schusswaffen gezeigt und den Raum danach wieder verlassen haben. Spezialkräfte durchsuchten das Gebäude, die meisten Klassen blieben über Stunden in ihren Räumen. Die Angaben geben den Stand der Berichterstattung am Tag des Einsatzes wieder.
Was am Tag des Einsatzes bekannt war
Gegen 10:55 Uhr ging bei der Polizei eine Meldung aus der Schule über eine unklare Bedrohungslage ein. Streifenwagen aus der ganzen Stadt rückten an, das Umfeld wurde weiträumig abgesperrt, ein Hubschrauber suchte nach den Verdächtigen. Medien berichteten, ein Schüler habe eine Lehrerin mit einer Pistole bedroht. Die Polizei konnte das zunächst nicht bestätigen. Zwei Klassen wurden aus dem Gebäude gebracht, für Eltern richtete die Polizei eine Anlaufstelle ein. Die Verdächtigen waren zunächst flüchtig.
Wie die Schule ihre Klassen gewarnt hat
Eine 16-jährige Schülerin berichtete gegenüber RTL von einer Durchsage, dass fremde Personen mit Waffen im Gebäude seien. Ihre Lehrerin habe versucht, die Klasse abzulenken, einige Klassen schauten Filme. Über Messenger hielten die Jugendlichen Kontakt zu anderen Klassen. Später bat die Polizei die Klassen, die Türen für die Durchsuchung zu öffnen, und kündigte an, sie danach wieder zu verschließen. Eine Räumung der Schule war zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehen.
Was Schulen aus solchen Lagen mitnehmen können
Bei einer unklaren Bedrohung ist die Durchsage oft der schnellste Weg, alle Räume zugleich zu erreichen. Sie muss sich deutlich vom Feueralarm unterscheiden, denn eine Räumung würde Klassen in die Flure führen. Hilfreich ist zusätzlich ein Weg, auf dem Lehrkräfte aus dem Klassenraum unauffällig Hilfe rufen und später die Entwarnung erhalten. Eine Massenalarmierung erreicht Lautsprecher, PCs und Smartphones gleichzeitig, der stille Alarm informiert die Schulleitung, ohne dass es im Raum jemand bemerkt. Wie Schulen Gefährdungsstufen einordnen, beschreiben wir bei den Sicherheitsstandards.
Quelle: dpa, Berichte vom 8. November 2023
