Messerattacke auf Behörden-Mitarbeiterin in Wuppertal

Silhouette eines Mannes mit erhobenem Messer, Beitrag zur Messerattacke in einer Behörde in Wuppertal

Von Stefan Müller, Head of Sales bei Gisbo · 18. August 2022

Am 18. August 2022 hat ein 20-jähriger Mann im städtischen Haus der Integration in Wuppertal eine 25-jährige Mitarbeiterin der Ausländerbehörde mit einem Messer schwer verletzt. Kollegen hielten den Angreifer fest, bis die Polizei eintraf. Die Tat hat in Nordrhein-Westfalen die Debatte über den Schutz von Beschäftigten im öffentlichen Dienst erneut angestoßen.

Was über die Tat bekannt ist

Der Angriff geschah gegen 9 Uhr morgens. Die Frau wurde notärztlich versorgt und kam ins Krankenhaus, Lebensgefahr bestand laut Polizei nicht. Das Motiv war zunächst unklar, der Mann sollte einem Haftrichter vorgeführt werden. Im Haus der Integration sind in Wuppertal die Anlaufstellen für Zugewanderte und Geflüchtete gebündelt. Es blieb nach der Tat geschlossen, der Rettungsdienst betreute die Beschäftigten psychologisch.

Wie Stadt, Land und Gewerkschaften reagiert haben

Sozialdezernent Stefan Kühn sprach von einem schrecklichen Tag für die Kollegin und für Wuppertal. Oberbürgermeister Uwe Schneidewind dankte den Beschäftigten, die eingegriffen hatten, und sagte dem Team langfristige Unterstützung zu. NRW-Innenminister Herbert Reul erklärte, wer im öffentlichen Dienst arbeite, solle nicht mit Angst zur Arbeit gehen müssen. Die Gewerkschaft komba NRW und der Deutsche Beamtenbund NRW forderten ein flächendeckendes Sicherheits- und Schutzkonzept für die Kommunen. Die Stadt Wuppertal hat inzwischen ein Rahmenkonzept zur Gewaltprävention beschlossen.

Was Behörden für ihre Beschäftigten tun können

In Wuppertal haben Kollegen den Angreifer gestoppt. Darauf sollte sich ein Schutzkonzept nicht verlassen müssen. Aus unserer Sicht gehören dazu eine Gefährdungsbeurteilung für alle Bereiche mit Publikumsverkehr, bauliche Maßnahmen wie ein zweiter Ausgang aus Beratungsräumen, ein stiller Alarm, mit dem Beschäftigte unbemerkt Hilfe rufen, und regelmäßige Schulungen. Wie das Aachener Modell Gefährdungsstufen einteilt, erläutern wir bei den Sicherheitsstandards. Das Verhalten in schwierigen Gesprächen üben Teams in unserem Deeskalationstraining.

Quelle: Rheinische Post, Bericht vom 18. August 2022